Karten, die schwer fallen – Beileidskarten kreativ und mitfühlend gestalten

kreative Trauerkarten

Die wenigsten Menschen beschäftigen sich vorab mit den Fragen nach Sterben und Tod. Wie man eine Beileidskarte schreibt, verdrängen wir allzu gerne. Niemand möchte sich gerne solchen traurigen Gedanken widmen, doch kommt man in die Lage, kann es enorm helfen, sich ein paar andere Gedanken zu machen und Anregungen zu holen.

Da ich mich auch beruflich mit Themen wie Tod und Trauer beschäftige, und zwar im gestalterischen Sinne und mir es mir ein Herzensanliegen ist, moderne, Trauerprodukte wie Luftballonkarten für Abschiede und Trauerkarten zu gestalten, habe ich mir gedacht, einen Blogartikel darüber zu schreiben, wie Du z.B. auch inhaltlich eine persönliche Beileidskarte verfassen kannst.


Notsituation Beileidskarte

Auch ich habe mich schon einmal in einer Notsituation auf die Suche einer Beileidskarte in einem großer Buchhandlung gemacht.

Um mich herum unzählige, wunderschöne Geburtstagskarten, Karten mit Sprüchen und freudigen Momenten, doch der Kartenständer der Beileidskarten ließ zu wünschen übrig.

Ich habe mich dann kurzerhand für eine hofnungsvolle, neutrale Klappkarte entschieden und diese dann noch zuhause verschönert und personalisiert.
Ich habe ein silbernes Sternenanhängerchen an ein Satinband geknüpft und so die Karte umwickelt und verschlossen. So waren nicht nur meine Worte persönlich gehalten, sondern auch das Aussehen der Karte.

Die „richtigen“ Worte finden

Es gibt einige Seiten im Netz, die uns Formulierungshilfen für Beileidskarten und Muster anbieten. Zum Teil sind die Einleitungen vielfältig, doch persönliche Worte – Fehlanzeige.

Vieles klingt floskelhaft gerade deswegen, weil es wenig persönlich rüber kommt. Was wollen wir mit der Trauerkarte bewirken?
Ein lästiges Muss, oder tatsächlich Worte der Anteilnahme und der Hoffnung bewirken?
Wollen wir den Hinterbliebenen stärken, ihm mitteilen, dass wir an ihn denken und für ihn da sind, oder wollen wir es einfach hinter uns bringen?

Natürlich spielt die Beziehungsnähe zum Verstorbenen oder Hinterbliebenen eine Rolle und so darf auch die Beileidskarte formuliert sein.

Doch ich bin fest davon überzeugt, dass jeder die richtigen Worte finden kann. Ob es sich dabei um entfernte Bekanntschaften, eines verstorbenen Kindes, (und die Anteilnahme damit der Familie gilt) oder eines Partners handelt, ist dabei zweitrangig.

Ich möchte Dir heute ein paar Tipps oder Anregungen geben, wie Du eine persönliche und ehrliche Karte schreibst, ohne in Floskeln zu verfallen.

1. Der/die Adressat(en)

Richte die Karte an die Familie und nenne sie bei ihren Namen, wenn es weiter entfernt Bekannte, Nachbarn etc. sind geht natürlich auch „liebe Famile xy“. Betrifft es mehrere Familienmitglieder, zähle sie namentlich alle auf. Stehst Du mit mehreren Hinterbliebenen in engerem Kontakt, kannst du auch mehrere unterschiedliche Beileidskarten schreiben.
Vermeide Begriffe, wie Trauerhaus, oder Trauerfamilie. Ja, auch das gibt es.

2. Beileid „wünschen“

Eine Beileidsbekundung (herzliches Beileid, herzliche Anteilnahme …) muss nicht immer ausformuliert werden. Es kann auch einfach bedeuten, dass Du schreibst, dass Du mitfühlst, Du sehr traurig bist, es Dir leid tut, Du erschüttert bist und gedenkst.
Mir persönlich missfällt der Beileidswunsch, denn er ist so wenig persönlich und hat so wenig tragende Bedeutung. Mitgefühl ist doch ein viel wärmerer Begriff, als ein floskelhaftes Beileid.
Ich wünsche mir lieber, dass mich jemand umarmt, als mir die Hand gibt und einen Beileidsspruch verkündet.

3. Werde persönlich!

Anteilnahme bedeutet, dass ich Anteil habe, an der Trauer anderer. Die Trauer der anderen mit(er)trage. Dass ich auch traurig bin und mitfühle, sogar mittrauere.
Mit fast jeder Person, der wir eine Beileidskarte schreiben, verbinden wir irgend etwas. Es sei denn, wir haben sie tatsächlich so gut wie gar nicht gekannt (z.B. Beileidswünsche an den Chef, dessen Frau verstorben ist und man sie so gut wie gar nicht kannte). Aber auch dann haben wir eine Verbindung. Nämlich die zu unserem Chef, auf dessen Augenmerk wir unsere Zeilen richten können.

Auf der anderen Seite gibt es da auch Eltern, die ein Baby verloren haben. auch dieses Baby haben wir vielleicht nie kennengelernt. Und doch können wir den unendlich traurigen Eltern eine Stütze sein. Hier liegt das Augenmerk auf den Hinterbliebenen, die wir kennen und die wir stützen möchten. Wir möchten ihnen sagen, wir denken an euch, oder wir sind für euch da.

Nun, wie finde ich die „richtigen“ Worte?
Ich glaube, es geht gar nicht um RICHTIG oder FALSCH. Es geht eher um PERSÖNLICH und EHRLICH.

Doch wie gestalte ich eine Karte mit persönlichen Worten?

Indem ich mich an persönliche Erlebnisse mit dem Verstorbenen oder dem Hinterbliebenen erinnere. Diese Elebnisse und Erinnerungen können ganz detailiert und nah sein, sich aber auch auf alltägliche Erlebnisse berufen, wie die Nachbarin, die man immer beim Bäcker getroffen hat, deren Hund man gestreichelt oder deren Blumen man ab und zu im Urlaub gegossen hat und die eine ganze Sammlung von Clowns in ihrer Vitrine stehen hatte.

Das kann die Erinnerungen an eine Schulfreundschaft sein, oder aber wirklich enge Verbindungen oder Erinnerungen. doch dann gehe ich davon aus, dass die Beileidskarte tatsächlich zur Nebensache wird udn der persönliche Kontakt zu Beginn eines Trauerfalls eng ist.

Schreibe davon, was Du an der Person mochtest, worin sie besonders war.
Du vermisst vielleicht ihr Lächeln, ihren Humor oder ihre laute Stimme am meisten. Was es auch immer ist, jeder hat etwas, was uns an ihn erinnert und was besonders schön an ihm war.

Würde jeder seine Erinnerungen niederschreiben, was hätten die Angehörigen für ein buntes, warmherziges Potpourri an Puzzleteilen ihres Verstorbenen. Gibt es ein Kondolenzbuch auf der Trauerfeier – auch hier finden schöne Erinnerungen Platz an den lieben verstorbenen Menschen.
Werde also persönlich!

4. Ein herzliches Angebot

Die Anzahl der geschriebenen Worte, sagt nichts über unser Mitgefühl aus.
Manchmal müssen es auch gar nicht so viele Worte sein.
Wie wäre es stattdessen, dem Angehörigen ein Angebot zu machen?
Das könnten Dinge sein, wie einfach für ihn/sie da sein. Anrufen und nachfragen, etwas kochen und vorbei bringen. Ein Buch schicken (zum Thema Trauer, welches einem empfohlen wurde und zur persönlichen Situation passt) oder mit dem Hund Gassi zu gehen. Es gibt vielfältige Möglichkeiten, um ganz praktisch zu zeigen, dass man da ist. Und auch das darf in die Beileidskarte.

Ich weiß, dass Trauer oft Angst macht. Wir fühlen uns ohnmächtigt, vielleicht selbst erinnert an unsere eigene Trauer, oder eben in Berührung mit unseren eigenen Ängsten vor dem Tod. Auch das darf ich schreiben oder sagen. Dass ich nicht weiß, wie ich mit der Situation umgehen kann, aber da sein möchte. Und manchmal, bedeutet es zu schweigen.
Was ich aber neimals empfehle. Ignoranz!

5. Tolerante Geduld

Trauer hat kein Ablaufdatum, keinen Zeitplan. Vor allem in der ersten Zeit (die ganz uterschiedlich ausfällt) wird sich der Hinterbliebene voraussichtlich nicht selbst bei Dir melden. Hast Du ein Anbebot gemacht, dann mach Du den ersten Schritt. Ruf an und frage nach. 
Lass Zeit und verzweifle nicht an der Verzagtheit des Trauernden.

Eine Beileidskarte ist keine Mitleidsbeurkundung. Es ist vielmehr eine Eröffnung dafür, das Leid, dass einem bekannten oder nahen Menschen wiederfahren ist, ein Stück zu teilen und/oder Anteilnahme mit persönlichen Worten auszudrücken.

Moderne Trauerkarten wie diese im Bild findest Du in meinem Shop.
Natürlich kannst Du auch selber eine Karte gestalten. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Auch Zitate und Sprüche können mitaufgenommen werden. Warum eine unpersönliche, zu meist sehr triste Trauerkarte wählen? Nicht jeder möchte ein schwarzes Kreuz oder gefaltete Hände auf der Karte sehen. Wahrscheinlich sogar die wenigsten.
Trauer darf farbig sein. Trauer ist in vielen ällen auch sehr mutig. Auch wenn wir das selbst nicht so wahrnehmen, oder zum Teil erst viel später.

Überlege Dir also in einer ruhigen Minute, was Du schreiben möchtest und nimm Dir Zeit dafür.

Teile derne Deine Meinung zum Thema Beileidskarten. Wäre ein Blogartikel über Ideen zur Gestaltung von Trauerkarten für Dich interessant?
Auf Instagram poste ich täglich. Folge mir gerne.

Nicola Kühn gestaltet und konzipiert Corporate Design & Printkommunikation für Selbstständige und KMU. In ihrem Blog schreibt sie über gestaltungsrelevante Themen.

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